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Künstliche Intelligenz und berufliche Teilhabe behinderter Menschen


Urheber:in:
BAuA



Künstliche Intelligenz kann berufliche Teilhabe fördern – wenn sie barrierefrei und menschengerecht eingesetzt wird

Künstliche Intelligenz bietet neue Möglichkeiten, Menschen mit Behinderungen im Arbeitsleben zu unterstützen. KI-gestützte Assistenzsysteme können Einschränkungen ausgleichen, Informationen zugänglicher machen und dabei helfen, Arbeits- und Lernaufgaben selbstständiger zu bewältigen. Das narrative Review untersucht dazu den Forschungsstand in Deutschland und wertet 16 Projekte sowie acht Veröffentlichungen aus den Jahren 2020 bis 2025 aus.

Praktische Anwendungen reichen von Vorlese-, Transkriptions- und Bilderkennungsprogrammen über sprachlich vereinfachte Arbeitsanweisungen bis zu Datenbrillen, Chatbots, digitalen Trainingsumgebungen und kollaborierenden Robotern. Solche Technologien können Beschäftigte bei der Kommunikation, Orientierung, Tagesstrukturierung, Montage oder Qualitätskontrolle unterstützen. Sie eröffnen damit neue Tätigkeits- und Lernfelder und können Barrieren am Arbeitsplatz reduzieren.

Ein besonders wichtiger Nutzen liegt in der Stärkung der Selbstbestimmung. Beschäftigte können Aufgaben im eigenen Tempo bearbeiten, Informationen eigenständig abrufen und weniger dauerhaft auf Unterstützung durch Fach- oder Betreuungspersonal angewiesen sein. Individuell anpassbare Systeme können zudem auf persönliche Routinen, Fähigkeiten und Unterstützungsbedarfe reagieren.

Auch für Gesundheit und Arbeitsschutz bestehen Potenziale. KI kann körperlich belastende Tätigkeiten übernehmen, gefährliche Arbeitsschritte absichern, Fehler reduzieren oder Beschäftigte bei der Stress- und Emotionsregulation unterstützen. Voraussetzung ist jedoch, dass die Technik tatsächlich an den jeweiligen Arbeitsplatz und die betroffenen Personen angepasst wird.

Den Chancen stehen erhebliche Herausforderungen gegenüber. Dazu gehören Datenschutzrisiken, eine mangelnde Transparenz der Datenverarbeitung und die Gefahr, dass sensible Gesundheits- oder Leistungsdaten zur Überwachung oder Benachteiligung verwendet werden. Fehlerhafte Bildbeschreibungen, unzuverlässige Übersetzungen oder ungeeignete Spracherkennung können bestehende Barrieren sogar verstärken. Hinzu kommen mögliche Überforderung, Technikabhängigkeit und die Sorge, dass menschliche Unterstützung und soziale Kontakte durch KI verdrängt werden.

Die Einführung solcher Systeme ist außerdem nicht automatisch einfach oder kostengünstig. Häufig werden technische Anpassungen, Schulungen, personelle Begleitung und zusätzliche finanzielle Mittel benötigt. Gerade kleinere Unternehmen und Einrichtungen können dadurch vor erheblichen Umsetzungsproblemen stehen.

Der Forschungsstand ist bislang noch begrenzt. Viele Untersuchungen arbeiten mit kleinen Stichproben und beziehen sich überwiegend auf Werkstätten für behinderte Menschen oder Einrichtungen der beruflichen Rehabilitation. Der allgemeine Arbeitsmarkt ist dagegen unterrepräsentiert. Notwendig sind deshalb größere und langfristige Studien in realen Arbeitsumgebungen, bei denen Menschen mit Behinderungen von Beginn an aktiv beteiligt werden



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