HSE - Markt- und Messeplatz

Nachhaltigkeit durch integrierte Unternehmenssteuerung


Horváth-Studie zeigt: ESG-Ziele müssen fest in Finanz- und Unternehmenssteuerung verankert werden
Urheber:in:
Haufe



Nachhaltigkeit wird erst durch integrierte Unternehmenssteuerung wirksam

Viele Unternehmen haben Nachhaltigkeitsstrategien, ESG-Ziele und Berichtsstrukturen aufgebaut. Dennoch bleibt die praktische Wirkung häufig begrenzt, weil Nachhaltigkeit noch nicht ausreichend in Planung, Budgetierung, Forecasts und unternehmerische Entscheidungen integriert ist. Grundlage des Artikels ist die Horváth Chief Sustainability Officer Studie 2026 mit mehr als 300 leitenden Nachhaltigkeitsverantwortlichen, überwiegend aus der DACH-Region.

Nachhaltigkeit ist zwar häufig in der Unternehmensstrategie und im Risikomanagement verankert, spielt bei konkreten Investitions-, Produkt-, Portfolio- oder M&A-Entscheidungen bislang jedoch oft nur eine untergeordnete Rolle. Gleichzeitig werden direkte wirtschaftliche Effekte – etwa geringere Energie- und Materialkosten, zusätzliche Umsätze oder ein verbesserter Kapitalzugang – noch zu selten systematisch berechnet. Dadurch fehlt Nachhaltigkeitsmaßnahmen bei knappen Budgets häufig die notwendige Durchsetzungskraft.

Der Artikel empfiehlt drei zentrale Maßnahmen:

1. Steuerungslogik erweitern: Unternehmen sollten wenige, entscheidungsrelevante Nachhaltigkeitskennzahlen und konkrete Zielwerte festlegen. Diese müssen regelmäßig überwacht und mit bestehenden Planungs-, Controlling- und Anreizsystemen verbunden werden.

2. Nachhaltigkeit in Entscheidungen integrieren: ESG-Kriterien sollten nicht in parallelen Sonderprozessen behandelt werden, sondern verbindlich in Investitionen, Standort-, Produkt- und Portfolioentscheidungen sowie in Einkauf und Lieferantenmanagement einfließen.

3. Wirtschaftlichkeit nachweisen: Nachhaltigkeitsmaßnahmen benötigen belastbare Business Cases. Dabei sind mögliche Umsatzpotenziale, Energie- und Ressourceneinsparungen, vermiedene regulatorische Kosten sowie die finanziellen Auswirkungen von Nachhaltigkeitsrisiken zu quantifizieren.

Eine Schlüsselrolle übernimmt dabei die Finanzfunktion. Controlling, Accounting und Nachhaltigkeitsmanagement müssen gemeinsam nichtfinanzielle Wirkungen – beispielsweise Emissionssenkungen oder Klimarisiken – mit Kosten, Erträgen, Bilanzpositionen und Unternehmensrisiken verknüpfen. So können Zielkonflikte sichtbar gemacht und begrenzte Budgets auf die wirtschaftlich und ökologisch wirksamsten Maßnahmen konzentriert werden.

Auf den Punkt gebracht: Nachhaltigkeit wird nicht allein durch Berichte und Zielsetzungen wirksam. Sie muss wie jede andere wirtschaftliche Zielgröße mit klaren Kennzahlen, belastbaren Business Cases und einer festen Einbindung in Planung, Budget, Forecast und Investitionsentscheidungen gesteuert werden. Nur so wird aus ESG-Reporting ein tatsächlicher Beitrag zu Wachstum, Effizienz, Risikoreduktion und langfristiger Wettbewerbsfähigkeit.



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