Risikogruppen
Beschäftigte mit intensivem Kontakt zu Patientinnen, Patienten, Kundschaft oder anderen externen Personen sind besonders häufig verbalen und körperlichen Übergriffen ausgesetzt. Hierzu zählen Beschäftigte in folgenden Bereichen:
- Einzelhandel
- Gastronomie
- Gesundheitswesen
- Öffentliche Dienstleistungen
Im Gesundheitswesen ist das Risiko besonders relevant. Anlässlich eines Besuchs im BG Klinikum Duisburg fordert Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas deshalb mehr Respekt gegenüber Beschäftigten und eine klare Haltung gegen Gewalt am Arbeitsplatz.
Definition von übergriffigem Verhalten
Übergriffiges Verhalten kann viele Formen annehmen, darunter
- verbale Belästigungen,
- unangemessene Kommentare oder sogar
- körperliche Übergriffe.
Solche Situationen können nicht nur das Arbeitsklima belasten, sondern auch die psychische Gesundheit der Betroffenen ernsthaft gefährden. Gewaltprävention ist daher eine gemeinsame Aufgabe. Arbeitgeber müssen mögliche Übergriffe in die Gefährdungsbeurteilung aufnehmen und geeignete Schutzmaßnahmen festlegen. Beschäftigte sollten Vorfälle konsequent melden, während Übergriffe durch die zuständigen Behörden verfolgt werden müssen. Die gesetzliche Unfallversicherung unterstützt Betriebe durch Beratung, Qualifizierung und Hilfsangebote für Betroffene.
Das BG Klinikum Duisburg zeigt, wie ein umfassendes Schutzkonzept aussehen kann. Seit 2018 wurden dort bauliche und organisatorische Maßnahmen vor allem in der Notaufnahme und in Wartebereichen umgesetzt. Hinzu kommen regelmäßige Deeskalationstrainings, ein interdisziplinärer Qualitätszirkel, speziell ausgebildete Deeskalationstrainerinnen und eine ausgebaute psychologische Krisenintervention.
Prävention endet nicht mit der Verhinderung eines Angriffs. Nach bedrohlichen oder belastenden Situationen müssen Beschäftigte frühzeitig professionelle Unterstützung erhalten. Eine zeitnahe psychosoziale oder psychotherapeutische Betreuung kann helfen, längerfristige gesundheitliche Folgen zu begrenzen. Betroffene sollten nicht zögern, Hilfe in Anspruch zu nehmen. Die DGUV bietet verschiedene Ressourcen und Beratungsangebote an, um Unterstützung zu bieten und die Situation zu bewältigen. Gleichzeitig sollten Betriebe mögliche Ursachen von Eskalationen untersuchen – etwa Angst, Überforderung, lange Wartezeiten oder stark fremdbestimmte Situationen im Klinikalltag.
Präventionsmaßnahmen
Die DGUV empfiehlt mehrere Maßnahmen, um übergriffigem Verhalten vorzubeugen:
- Schulung der Mitarbeiter im Umgang mit schwierigen Situationen.
- Einrichtung von Beschwerdestellen, an die sich Betroffene wenden können.
- Förderung eines respektvollen Miteinanders in der Unternehmenskultur.
Fazit
Gewalt ist kein unvermeidbarer Bestandteil der Arbeit. Wirksamer Schutz entsteht durch eine Kombination aus Gefährdungsbeurteilung, baulichen und organisatorischen Maßnahmen, Deeskalationstraining, konsequenter Meldung von Vorfällen und professioneller Nachsorge. Entscheidend ist eine Betriebskultur, die Übergriffe nicht verharmlost und Sicherheit, Respekt und Unterstützung dauerhaft verankert.
