Dauerhaftes Sitzen und mangelnde Ergonomie am Bildschirmarbeitsplatz sind Hauptursachen für Muskel-Skelett-Erkrankungen (MSE). Die überarbeitete DGUV Regel 115-401 („Branche Bürobetriebe“) gibt klare Vorgaben, wie Schreibtischarbeit gesundheitsförderlich und normgerecht gestaltet wird.
1. Ergonomische Richtwerte im Überblick
Ein optimal angepasster Arbeitsplatz schützt vor Nackenverspannungen und vorzeitiger Ermüdung. Folgende Sollwerte nach DGUV und ASR A6 gelten für das Büro:
| Arbeitsplatz-Faktor | Empfohlener Sollwert | Präventiver Nutzen |
|---|---|---|
| Raumtemperatur | 20 °C – 22 °C (Zugluft < 0,15 m/s) | Schützt vor Verspannungen und Konzentrationsabfall. |
| Luftfeuchtigkeit | Max. 50 % rel. Feuchte | Schont die Atemwege und trocknet Schleimhäute nicht aus. |
| Tisch & Freiraum | Mind. 160 × 80 cm / 1,5 m² Fläche | Garantiert ausreichenden Beinraum und Ablagefläche. |
| Bildschirm & Sicht | Sehabstand mind. 50 cm | Oberste Zeile max. auf Augenhöhe; entlastet die Augen. |
2. Verhaltensprävention: Die 60-30-10-Formel
Dynamischer Arbeitstag gegen starres Sitzen:
- 60 % Sitzen: Dynamisch sitzen und die Sitzposition regelmäßig verändern.
- 30 % Stehen: Stehpult oder höhenverstellbaren Tisch für Telefonate & Mails nutzen.
- 10 % Bewegen: Zielgerichtete Gehpause einlegen, Treppe statt Aufzug wählen.
Psychische Belastung
Lärm, ständige Unterbrechungen und unklare Desk-Sharing-Regeln erhöhen den Stresspegel. Eine gute Raumakustik (55–70 dB(A)) schafft Entlastung.
Rolle der SiBe
Sicherheitsbeauftragte fungieren als Brücke zwischen Belegschaft und Management. Sie sollten bei Gefährdungsbeurteilungen aktiv eingebunden werden.
