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Gefahr durch Brände schon in der Ausbildung thematisieren


Urheber:in:
DGUV



„Lass nichts anbrennen“: DGUV macht Brandschutz zum Präventionsthema für Auszubildende 2026/27

Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) stellt ihr Präventionsprogramm „Jugend will sich-er-leben“ (JWSL) im Berufsschuljahr 2026/27 unter das Motto „Lass nichts anbrennen“. Ziel ist, Auszubildende bereits zu Beginn ihres Berufslebens für Brandgefahren zu sensibilisieren und ihnen nicht nur theoretisches Wissen, sondern konkrete Handlungskompetenz für Prävention und Notfälle zu vermitteln. DGUV

Der Ansatz ist bewusst branchenübergreifend. Brandschutz betrifft praktisch jeden Arbeitsplatz, unabhängig davon, ob dort mit Gefahrstoffen, elektrischen Anlagen, Maschinen oder hauptsächlich im Büro gearbeitet wird. Nach Angaben von JWSL werden den gesetzlichen Unfallversicherungsträgern jährlich durchschnittlich mehr als 1.400 Arbeitsunfälle infolge von Bränden oder Explosionen gemeldet. Hinzu kommen kleinere Verletzungen und Beinaheereignisse, die in dieser Zahl nicht enthalten sind. Jugend Will Sich-er-leben

Brandschutz soll beginnen, bevor es brennt

Der Schwerpunkt liegt ausdrücklich auf vorbeugendem Brandschutz. Auszubildende sollen lernen, Brandgefahren zu erkennen, Zündquellen zu vermeiden, brennbare Stoffe richtig zu lagern und vorhandene Schutzmaßnahmen zu verstehen. Dabei vermittelt das Programm unter anderem das klassische Branddreieck aus brennbarem Stoff, Sauerstoff und Zündquelle. Wird einer dieser Faktoren beseitigt, kann ein Brand verhindert beziehungsweise gelöscht werden. Jugend Will Sich-er-leben

JWSL unterscheidet dabei zwischen baulichen, technischen und organisatorischen Brandschutzmaßnahmen. Bauliche Maßnahmen umfassen beispielsweise Brandschutztüren oder geeignete Baustoffe; technische Maßnahmen Brandmeldeanlagen, Feuerlöscheinrichtungen oder Sicherheitsbeleuchtung. Zum organisatorischen Brandschutz gehören Zuständigkeiten, Alarmierung, Fluchtwege, Sammelstellen und klare Verhaltensregeln. Jugend Will Sich-er-leben

Brandrauch ist häufig gefährlicher als die Flamme

Ein wichtiger Lernbereich betrifft die Gefährdung durch Brandrauch und Brandgase. Bei Bränden können unter anderem Kohlenmonoxid und Kohlendioxid sowie Rußpartikel und weitere giftige oder reizende Stoffe wie Chlorwasserstoff, Ammoniak oder Schwefelwasserstoff entstehen. Schon wenige Atemzüge hochtoxischen Rauchs können lebensgefährlich sein. Jugend Will Sich-er-leben

Damit soll auch vermittelt werden, warum im Brandfall nicht der Versuch einer möglichst langen Brandbekämpfung im Vordergrund steht. Entscheidend sind Warnung, Alarmierung, sichere Flucht und der Notruf 112. JWSL betont, dass im unmittelbaren Gefahrenbereich oft nur wenige Minuten für eine sichere Flucht bleiben. Jugend Will Sich-er-leben

Wer trägt welche Verantwortung?

Das Programm behandelt außerdem die unterschiedlichen Rollen im betrieblichen Brandschutz. Die Arbeitgeberseite trägt die Verantwortung dafür, Brandrisiken im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung zu ermitteln, geeignete Maßnahmen festzulegen, Beschäftigte zu unterweisen und eine funktionierende Notfallorganisation vorzuhalten. Jugend Will Sich-er-leben

Brandschutzbeauftragte beraten unter anderem bei Anlagen, Arbeitsverfahren und Arbeitsstoffen. Fachkräfte für Arbeitssicherheit unterstützen bei Gefährdungsermittlung und Präventionsmaßnahmen, während Sicherheitsbeauftragte im Arbeitsalltag sensibilisieren können.

Für Brandschutzhelferinnen und Brandschutzhelfer nennt JWSL als Richtwert entsprechend der Gefährdungsbeurteilung mindestens fünf Prozent der Beschäftigten; bei erhöhter Brandgefährdung können mehr erforderlich sein. Sie werden unter anderem im Umgang mit Feuerlöscheinrichtungen und bei der Unterstützung einer geordneten Evakuierung geschult. Jugend Will Sich-er-leben

Auszubildende sollen Brandschutz praktisch üben

Das Programm richtet sich gleichzeitig an Berufsschulen und Ausbildungsbetriebe. Für Lehrkräfte stellt JWSL ein Unterrichtskonzept mit neun Modulen von jeweils etwa 20 bis 55 Minuten zur Verfügung. Für betriebliche Ausbilderinnen und Ausbilder gibt es ein eigenes Unterweisungskonzept mit sieben Modulen von 30 bis 50 Minuten. Jugend Will Sich-er-leben

Ergänzt wird das Material durch Arbeitsblätter, Wissensseiten, digitale Tafelbilder, zwei interaktive Lernmodule, einen Unterrichtsfilm mit vier Episoden sowie vier animierte Erklärfilme. Die Inhalte sind so aufgebaut, dass einzelne Themen gezielt in Berufsschulunterricht oder betriebliche Unterweisung übernommen werden können. DGUV

Damit setzt die DGUV bewusst nicht ausschließlich auf klassische Unterweisung. Quiz, Filme, digitale Lernangebote und ein Kreativwettbewerb sollen dazu beitragen, dass sich Auszubildende aktiv mit Brandgefahren beschäftigen. Für den Wettbewerb können beispielsweise Plakate, Videos, Comics, Songtexte oder Spiele eingereicht werden. Einsendeschluss ist der 28. Februar 2027. DGUV

Krisenvorsorge wird von Beschäftigten als wichtig angesehen

Die DGUV stellt das Jahresthema in einen größeren Zusammenhang. Im DGUV Barometer Arbeitswelt 2026 bewerteten 89 Prozent der befragten Beschäftigten Vorkehrungen wie Brandschutzmaßnahmen und Notfallplanung als zentral für die Vorbereitung auf Krisensituationen. Für das Barometer wurden im Februar 2026 insgesamt 2.015 Erwerbstätige aus Unternehmen mit mindestens zwei Beschäftigten befragt, darunter 544 Führungskräfte beziehungsweise Unternehmerinnen und Unternehmer. DGUV

Damit verbindet die DGUV klassische Brandprävention zunehmend mit dem Thema betriebliche Resilienz: Ein Unternehmen ist auf Krisen nicht allein dann vorbereitet, wenn Feuerlöscher und Fluchtpläne vorhanden sind, sondern wenn Beschäftigte ihre Aufgaben kennen und im Ernstfall sicher handeln können.

Aus HSSEQ-Sicht besonders relevant: Sicherheitskultur beginnt in der Ausbildung

Der eigentliche Mehrwert des Programms liegt darin, Brandschutz nicht erst dann zu vermitteln, wenn Beschäftigte später besondere Funktionen übernehmen. Junge Menschen sollen von Beginn ihrer Berufstätigkeit lernen, offene Fluchtwege, Brandschutztüren, Zündquellen oder ungewöhnliche Gerüche und Rauchentwicklung als Teil ihres eigenen Sicherheitsverhaltens wahrzunehmen.

JWSL verfolgt damit einen kulturorientierten Ansatz: Brandschutz soll nicht ausschließlich Aufgabe der Fachkraft für Arbeitssicherheit oder des Brandschutzbeauftragten sein, sondern Teil des alltäglichen Handelns aller Beschäftigten werden. Das Programm möchte Auszubildende zudem motivieren, sich später selbst beispielsweise zu Brandschutzhelferinnen oder Brandschutzhelfern qualifizieren zu lassen. Jugend Will Sich-er-leben

Auf den Punkt gebracht: Mit „Lass nichts anbrennen“ setzt die DGUV 2026/27 auf frühe Brandschutzprävention. Mehr als 1.400 gemeldete Arbeitsunfälle pro Jahr infolge von Bränden oder Explosionen zeigen, dass das Thema trotz etablierter Schutzvorschriften relevant bleibt. Entscheidend ist dabei nicht nur die technische Ausstattung eines Betriebs. Beschäftigte müssen Brandgefahren erkennen, vorbeugende Maßnahmen verstehen und im Ernstfall wissen, wie sie alarmieren, flüchten und andere unterstützen. Genau dieses Verhalten soll bereits während der Berufsausbildung zur Selbstverständlichkeit werden. Jugend Will Sich-er-leben



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